Samstag, 16. Januar 2021

Mit offenen Augen

 Wenn man irgendwo hin geht lohnt es sich immer dies mit offenen Augen zu tun. Wo auch immer ich an einer Wiese vorbei laufe schau ich gerne was da so wächst. Uns so gab es auch dieses Jahr die ein oder andere Pflanze die ich fand, an der ich einfach nicht vorbei kam, und gleich ein paar Fotos machte. Hier sind meine Fundstücke.

Im Mai war ich mit Freunden im Kyffhäuser unterwegs. Das Ziel war klettern. Nach mehreren Routen legte ich eine Pause ein und beschloss die Gegend ein bisschen zu erkunden. Immerhin lag ein Naturschutzgebiet in der Nähe. 
Wenige hundert Meter entfernt, an einem Hang, wurde ich fündig. Nebeneinander wuchsen die edle Schafgarbe (in Trüringen gilt sie sogar als gefährdet), die astlose Graslilie (ebenfalls in einige Bundesländer gefährdet) und die weiße Schwalbenwurz. Auf dem Rückweg begegnete mir dann noch das einblütige Perlgras.
Ich werde da auf jeden fall noch mal vorbei schauen müssen.

Achillea nobilis - Edle Schafgarbe

Anthericum liliago - Astlose Graslilie

Vincetoxicum hirundinaria - Weiße  Schwalbenwurz

Melica uniflora - Einblütiges Perlgras

Ich war, ebenfalls im Mai, in Wippra unterwegs, ein Örtchen im südlichen Harz gelegen. Ich bin irgendwelche Wege und Straßen entlang gelaufen, da sah ich an einer Stelle reichlich den braunen Storchschnabel wachsen. Ein paar hundert Meter weiter entlang einer anderen Straße, wuchs an einem Gebüsch noch eine Kratzbeere. Sie sieht zwar aus wie eine verhunzte Himbeere und ist mit ihr auch verwandt. Sie bildet aber eine eigene Art.

Geranium phaeum - Brauner Storchschnabel

Rubus caesius - Kratzbeere

Ich bin viel in Sangerhausen unterwegs. Da fallen mir öfter einzelne Pflanzen auf die ich fotografieren muss.
So zum Beispiel im März. Ich lief an der Gonna entlang, mitten im Ort. In einem waldartigen Abschnitt sah ich zufällig die gewöhnliche Schuppenwurz blühen. Mehr als die Blüten kann man auch nicht finden. Hierbei handelt es sich um eine Schmarotzerpflanze.
Auch an der Gonna, an einem sonnigerem Abschnitt sah ich die rote Pestwurz wachsen. Die Fotos habe ich im April gemacht, für eine schöne Blüte etwas zu spät.

Lathraea squamaria - Gewöhnliche Schuppenwurz

Petasites hybridus - Rote Pestwurz


Im April lief ich die Erfurter Straße, eine lange Hauptstraße, entlang. Im Straßengraben, unter ein paar Bäumen, fiel mir zwischen all dem hohen Gras rein zufällig das Schlangenäuglein auf. Irgendwie fand ich die Früchte ganz cool. Das Schlangenäuglein gilt in ganz Deutschland als gefährdet. Auf zwei oder drei Quadratmetern wuchs sie recht üppig. Ich war aber überrascht sie an solch einem Standort zu finden.

Asperugo procumbens -Schlangenäuglein

Früchte

Auch Unkräuter haben Ihre Schönheit. Deswegen habe ich in meinem Garten das behaarte Schaumkraut fotografiert.
Ebenfalls im April fand ich am Rande eines Ackers versprengkelt die Saat-Lein wachsen. Wahrscheinlich wurde sie mal als Zwischenbegrünung oder ähnliches verwendet, und am Rand konnten sich ein paar Exemplare halten.

Cardamine hirsuta - Behaartes Schaumkraut

Linum usitatissimum - Saat- Lein


Im Mai war ich in einem Gewerbegebiet unterwegs. Hier sah ich das gewöhnliche Wundklee, wenn auch nur zwei Individuen. Das erste mal das ich diese überhaupt in Sangerhausen fand. Ich werde die Augen nach weiteren Exemplaren offen halten.

Anthyllis vulneraria ssp. vulnearia - Gewöhnlicher Wundklee

Ich werde auch weiterhin die Augen offen halten, wenn ich irgendwo lang laufe. Ein paar hübschen Pflanzen kann man jederzeit über den Weg laufen

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